Prävention von Antisemitismus im Strafvollzug

Qualifizierung, Vernetzung und Praxisforschung

Seit Mai 2020 setzt das Anne Frank Zentrum das Projekt »Prävention von Antisemitismus im Strafvollzug – Qualifizierung, Vernetzung und Praxisforschung« mit einer Förderung des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz um.

Das Projekt verfolgt das Ziel, Antisemitismus im Bereich des Strafvollzugs auf verschiedenen Ebenen entgegenzuwirken:

In Kooperation mit dem Anne Frank Zentrum erforscht ein Team an der Hochschule Merseburg unter der Leitung von Prof. Dr. Jens Borchert die Verbreitung antisemitischer Stereotype und Vorfälle sowie bestehende Angebote der Prävention und Intervention im Jugendstrafvollzug. Aufbauend auf den Ergebnissen der Pilotstudie »Politische Bildung im Jugendstrafvollzug. Angebote, Bedarfe und Leerstellen« (2019) fließen die Forschungserkenntnisse in die Entwicklung neuer pädagogischer Angebote und eLearning-Formate ein.

Gemeinsam mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und der Helmuth-Hübener-Schule in der Jugendstrafanstalt in Berlin setzt das Anne Frank Zentrum diese Angebote für inhaftierte Jugendliche um. Mit einem lebensweltbezogenen Ansatz werden die Inhaftierten für historische und aktuelle Formen von Antisemitismus und andere Diskriminierungsformen sensibilisiert.

Zusätzlich umfasst das Projekt verschiedene Angebote der Qualifizierung von Beschäftigten in Justizvollzugsanstalten im Umgang mit antisemitischen Stereotypen, israelbezogenem Antisemitismus und Verschwörungstheorien sowie der Vernetzung pädagogischer Fachkräfte in der antisemitismuskritischen Arbeit.

Im Rahmen des Online-Fachtags »Prävention von Antisemitismus im Strafvollzug: Empirische Forschung und Prävention« wurden im November 2020 erste Forschungsergebnisse wie auch Angebote aus dem Bereich der Antisemitismusprävention vorgestellt. Eine Dokumentation des Fachtags finden Sie hier.
 

Theaterpädagogische Auseinandersetzung zur Biographie von Anne Frank in der JSA Berlin © Anne Frank Zentrum, Foto: Ruthe Zuntz
Theaterpädagogische Auseinandersetzung in der JSA Berlin: Familie Frank muss ins Versteck © Anne Frank Zentrum, Foto: Ruthe Zuntz
Theaterpädagogische Auseinandersetzung in der JSA Berlin: Verhaftung der Familie Frank © Anne Frank Zentrum, Foto: Ruthe Zuntz
Online-Fachtag: Pia Lamberty in der Diskussion mit Ronen Steinke © Anne Frank Zentrum, Foto: Benjamin Jenak
Online-Fachtag: Prof. Jens Borchert präsentiert erste Projekt-Forschungsergebnisse © Anne Frank Zentrum, Foto: Benjamin Jenak
Einblicke in das Fachtags-Studio in der Ausstellung © Anne Frank Zentrum, Foto: Benjamin Jenak
Online-Podiumsdiskussion zu den Erfahrungen mit Antisemitismus in Haft
© Anne Frank Zentrum, Foto: Benjamin Jenak

Projektfilm »Freiheit«

Inhaftierte Jugendliche aus der Jugendstrafanstalt Berlin haben eine Lesung über Anne Frank inszeniert. Sie erzählen in einem Kurzfilm, was Anne Frank mit ihrem eigenen Leben zu tun hat, wie sie selbst Diskriminierung erfahren und wie sie sich künstlerisch mit diesen Fragen auseinandersetzen. Der Film lief als Beitrag auf dem Jugendforum Denk!Mal 2021 des Abgeordnetenhaus von Berlin und gibt Einblicke in ein Kooperationsprojekt zwischen der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, dem Anne Frank Zentrum und der Jugendstrafanstalt Berlin.
 

©Anne Frank Zentrum, Filmproduktion: Olad Aden
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