»Vielleicht ziehen auch wir weiter...«

Menschen mit Fluchtgeschichte damals und heute

Pädagogisches Material zum biografischen Lernen über Flucht für Jugendliche ab 14 Jahren

Ziele und Konzept
»Vielleicht ziehen auch wir weiter« schrieb Edith Frank, Annes Mutter, im Dezember 1937 an eine Bekannte und verdeutlichte damit, dass Amsterdam der Familie keine sichere Perspektive bieten konnte.
Ausgehend von den Fluchterfahrungen der Familie Frank entwickelt das Anne Frank Zentrum ein Lernmaterial für Jugendliche ab 14 Jahren mit und ohne eigene familienbiografische Fluchterfahrungen. Das Material stellt die Lebensgeschichten von drei geflüchteten Menschen aus unterschiedlichen zeitlichen Kontexten in den Mittelpunkt. Primäre Zielgruppe des Lernmaterials sind Multiplikator*innen der schulischen und außerschulischen Bildung, die mit Jugendlichen zum biografischen Lernen über Flucht arbeiten wollen.

In drei Kurzfilmen werden die Protagonistinnen mit ihren individuellen Lebens- und Fluchtgeschichten portraitiert. Zudem entstehen pädagogische Begleitmaterialien, die es Jugendlichen ermöglichen, sich vertiefend mit biografisch relevanten Themen der Portraitierten auseinanderzusetzen. Hierbei soll den Jugendlichen die Komplexität des Themas Flucht dargelegt werden, das radikal und auf vielen Ebenen auf Lebensentwürfe wirkt.
Das pädagogische Material sensibilisiert dabei auch für historische Kontinuitäten von Rassismus, Diskriminierung und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.
Im Sinne eines Empowerments lernen die Jugendlichen, dass gesellschaftliche Verhältnisse gemacht und damit auch veränderbar sind und erkennen, wo ihre eigenen Handlungsspielräume liegen. Des Weiteren eröffnet das Material einen Lernraum für den (familien-)biografischen Austausch der Jugendlichen im Sinne einer Selbstreflexion.

Umsetzung und Verbreitung

2016 verbrachte das Projektteam mehrere Tage in Amsterdam, um sich vor Ort mit den Kolleg*innen zu beraten, Archivmaterial zu sichten und bereits bestehendes pädagogisches Material zur biografischen Auseinandersetzung mit dem Thema Flucht kennenzulernen. Das Anne Frank Haus in Amsterdam unterstützt das Projekt als Kooperationspartner.

Das Projekt wird von einem Beirat begleitet, der die Projektarbeit fachlich berät. Der Beirat trifft sich zweimal im Jahr und besteht aus folgenden Mitgliedern: Prof. Dr. Iman Attia (Alice Salomon Hochschule Berlin), Richard Heinen (learning lab - Universität Duisburg-Essen), Jibran Khalil (Jugendliche ohne Grenzen), Prof. Dr. Doron Kiesel (wissenschaftlicher Direktor der Bildungsabteilung des Zentralrats der Juden in Deutschland).

Das Online Tool wird im Herbst 2017 auf der Website des Anne Frank Zentrums verfügbar sein.

Für die Verbreitung der Materialien wird ein Modul produziert, das der Anne Frank Wanderausstellung »Lasst mich ich selbst sein« beigefügt wird. Damit wird die bundesweite Verbreitung und Implementierung sicherstellt. Für die Verbreitungsarbeit wurde zudem die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung gewonnen.

Es berät Sie gern

Bianca Ely
Projektleiterin
Tel.: 030/2888656-29
ely[at]annefrank.de

Gefördert von