Zivilgesellschaft stärken

Lokaler Dialog der Generationen über Lebensgeschichten und Flucht

Was bewegt Menschen in meiner Nachbarschaft, die kürzlich oder bereits vor längerer Zeit geflohen sind? Welche Umstände zwingen Menschen zur Flucht? Wie gelingt es, einen Dialog der Generationen zu schaffen, der den Zusammenhalt stärkt und Vorbehalte abbaut?

Dies waren zentrale Fragen des Projekts zum Dialog der Generationen über Lebensgeschichten und Flucht, das wir gemeinsam mit Partner*innen in Greifswald, Kyritz, Wusterhausen, Fürsten-walde und Königstein (Sächs. Schweiz) umgesetzt haben. Ziel des Projekts war es, Jugendliche und Erwachsene in den Projektorten miteinander ins Gespräch zu bringen und die Auseinandersetzung mit den Biografien und Fluchterfahrungen von Menschen aus ihrer Nachbarschaft anzuregen. Als Rahmen der Begegnung und des Dialogs diente die »Lebendige Bibliothek«.

Bei der Umsetzung der »Lebendigen Bibliotheken« war stets die Frage präsent, wie ein Dialog über Lebensgeschichten gelingt, der verschiedene zeithistorische Kontexte miteinander ins Verhältnis setzt. Daran anknüpfend beschäftigten wir uns mit den Leerstellen im öffentlichen Erinnern und den Möglichkeiten der historisch-politischen Bildung, diese erfahrbar und sichtbar zu machen. So wurden in die »Lebendigen Bibliotheken« auch Lebensgeschichten und Biografien eingebunden, die aufgrund der NS-Diktatur vor Ort nicht mehr vorzufinden sind.

An allen Projektorten fanden im Herbst »Lebendige Bibliotheken« statt, deren Atmosphäre durch großes Interesse und starke gegenseitige Wertschätzung aller Beteiligten geprägt war.

Rückblick Lokaler Dialog der Generationen über Lebensgeschichten und Fluchterfahrungen
Fachtag am 11. November 2016 in Berlin

Am 11. November 2016 wurden die Projektergebnisse und die Bedingungen eines gelungenen Dialogs auf einem Fachtag in Berlin vorgestellt und diskutiert. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie der Dialog dazu beitragen kann, aktuellen gesellschaftlichen Spaltungen entgegenzuwirken. Zudem wurde kritisch diskutiert, ob und wie der Blick in die Geschichte zu mehr Empathie für die Lebenssituationen von Menschen führen kann, die aktuell in Deutschland Zuflucht suchen. Rund 70 Fachkräfte der Jugend- und Erwachsenenbildung, der Gemeinwesenarbeit und der generationenübergreifenden Bildung nahmen an der Veranstaltung teil und sorgten für einen anregenden Austausch.

Das Programm vom Fachtag finden Sie hier.

Handreichung für Multiplikator*innen

Die Veröffentlichung einer Handreichung zum Format der »Lebendigen Bibliothek« und dem lokalen Dialog über Lebensgeschichten und Flucht ist zum Frühjahr 2017 geplant.
Sollten Sie Interesse an der Handreichung haben, können Sie gern Christine Wehner, Projektreferentin, kontaktieren: wehner [at] annefrank.de.

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