FSJ Kultur-Projekt 2015/16

Im Rahmen des FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) Kultur 2015/16 entstand ein Foto- und Interviewprojekt zu Flucht in Geschichte und Gegenwart. Dafür wurden Menschen in Berlin zu diesem Thema interviewt und ihre Antworten festgehalten. Ziel des Projekts war es, Menschen zu ihrer Meinung zu befragen und mit ihnen in den Dialog zu treten.

Der Geburtstag von Anne Franks Schwester Margot, die am 16. Februar 2016 90 Jahre alt geworden wäre, war Anlass und Startpunkt für das Projekt. In Anlehnung an ihre Fluchtgeschichte wurde ein Bogen zu Fluchtgeschichten von heute gespannt. Eine Auswahl der Ergebnisse wurde hier für Sie dokumentiert.

Das Projekt wurde initiiert und durchgeführt von Hannah Siecksmeier und Jana Hoos.

Anela

© Anne Frank Zentrum

Was fällt dir spontan ein, wenn du das Wort »Flucht« hörst?

»Auch in meinem Land, in Bosnien und Herzegowina, ist die Situation nicht gut, es gibt nicht viel Arbeit und so viele Jungen und Mädchen kommen hier her. Ich musste auch, weil kein Geld. […] Ich bin hier Au Pair.« - Anela

Britta und Harald

© Anne Frank Zentrum

Momentan wird viel über das Thema Flucht gesprochen, über Integration und Asylrechtsverschärfungen debattiert. Was sagt ihr dazu?

Britta: »Ich denke, dass nicht so viel geschieht. Man spricht sehr viel, aber es bleibt der Status Quo. Was denkst du?« Harald: »Ich denke irgendwie dasselbe, es gibt viel Geschrei, aber es wurde nicht viel getan. Nur so panische Reaktionen, Abschließen von Grenzen und so weiter. Aber das Hauptproblem wird so nicht gelöst werden.«

Interviews am S-Bahnhof Friedrichstraße

© Anne Frank Zentrum

Momentan wird viel über das Thema Flucht gesprochen, über Integration und Asylrechtsverschärfungen debattiert. Was sagst du dazu?

»Es ist ganz schwierig, so etwas Persönliches wie Flucht oder Fluchtgründe irgendwie zu bewerten, weil, wer schon mal in der schwierigen Situation war, weiß, dass man dann überhaupt nicht mehr objektiv sein kann, das heißt wir müssen zuerst einmal den ganzen Menschen, die mit auf der Flucht sind, das sind ja nicht nur die, die hier gerade angekommen, sondern, ich glaube die Schätzung war Millionen weltweit displaced internal persons, irgendwie helfen, und das kommt mir ein bisschen zu kurz in der ganzen Debatte. [...]« - Christoph

Jena and her friend

© Anne Frank Zentrum

What do you think about borders?

»For me, I am from Ireland in the North of the republic, it is a big thing when it comes to the troubles we had in the past, it is very big. Well it hasn't an affect on my life directly, so I cannot say what it means to me cause it has no affect on me. But I see as it is now in the world it has an extremly negative affect on many people's lifes and [...] it is horrible. [...]« - Jena and her friend

U.

© Anne Frank Zentrum

Was hältst du von Grenzen?

»Philosophisch unnötig, aber ich denke, dass die Menschen noch nicht dafür bereit sind, dass die Grenzen auf sind.« - U.

Interviews an der Museumsinsel

© Anne Frank Zentrum

Was hältst du von Grenzen?

»Ich wollte mal was ganz anderes sagen zu Flüchtlingen, ich bin selbst Flüchtling gewesen und habe sehr viel Verständnis für Flüchtlinge.« - Maria

Katharina

© Anne Frank Zentrum

Inwieweit ist die Geschichte von Margot Frank eine Fluchtgeschichte?

»Die Geschichte von Margot ist für mich auch eine Fluchtgeschichte und wir haben ja auch heutzutage sehr viele Flüchtlinge, die aus Syrien kommen und dann bei uns in Europa auf geschlossene Türen treffen. Ich denke, dass es damals für Margot sehr schwierig gewesen sein muss und es auch heutzutage für die Flüchtlinge, die aus Syrien kommen, sehr schlimm sein muss, wenn sie aus so einem Gebiet kommen und dann wirklich nicht wissen, wohin und, dass kein Land sie dann aufnehmen will.« - Katharina

Devin and friends

© Anne Frank Zentrum

What comes to your mind when you hear the word »refugee«?

In France, we live in Paris, we see refugees on the streets. They try to live, but it is very difficult for them, and they also try to go to England, but it is very difficult to cross the border. I think we can say it is necessary to welcome refugees. I don't know what I can do by myself, I can give little money, I can help. But the solution is not individual action, it is a political choice.« - Devin