Geschichte vermitteln

Marie Grünberg: Eine Mutige in Zeiten der Verzweiflung

Eine Veranstaltungsreihe mit Zvi Aviram zu Ehren seiner Helferin

Marie Grünberg (1903-1986) war eine Berlinerin, die während der NS-Zeit vier Juden und einem Deserteur das Leben rettete, indem sie die Verfolgten in ihrer Gartenlaube in Berlin-Blankenburg versteckte. Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem ehrte sie deshalb 1984 als »Gerechte unter den Völkern«. Um ihrer zu gedenken wird am 12. November 2016 die Straße Nr. 46 in Pankow in »Marie-Grünberg-Straße« benannt. Die Straße liegt in der Nähe des damaligen Verstecks auf dem Grundstück der Ziegelstraße 30.

In seiner Autobiografie »Mit dem Mut der Verzweiflung. Mein Widerstand im Berliner Untergrund 1943-1945« würdigt Zvi Aviram seine Nenn-Tante als mutige und selbstlose Frau und beschreibt ausführlich, wie gefährlich und belastend ihr Einsatz für ihren Mann und die Versteckten war.

Zvi Aviram wurde 1927 als Heinz Abrahamsohn in Berlin geboren. Nach der Deportation seiner Eltern am 27. Februar 1943 tauchte der 16-Jährige auf eigene Faust unter. Dann fand er den Kontakt mit der Widerstandsgruppe Chug Haluzi. Zvi arbeitete künftig aktiv in dieser Gruppe mit. Während seiner Odyssee durch verschiedene Verstecke wurde er zweimal verhaftet. Im April 1945 konnte er das Gefängnis des Sammellagers in der Schulstraße in Berlin-Wedding verlassen. Nach der Befreiung gelangte er auf abenteuerlichen Wegen nach München, wo er für die Jewish Agency im Einsatz war, bis er 1948 in Israel einwandern konnte. Heute lebt er in Raanana bei Tel Aviv.

 Im November war Zvi Aviram für vier Veranstaltungen in Berlin zu Gast. Anlass war die Benennung der Str. 46 in Blankenburg nach seiner Tante in Marie-Grünberg-Straße.

Lesung und Zeitzeugengespräch mit Zvi Aviram

Mittwoch, 9.11.2016, 19.30 Uhr I Lesung und Zeitzeugengespräch
Evangelisches Gemeindehaus I Alt-Buch 36a I 13125 Berlin

Begrüßung: Cornelia Reuter, Pfarrerin Evangelische Kirchengemeinde Berlin-Buch, und Patrick Siegele, Direktor Anne Frank Zentrum
Lesung aus Zvi Avirams Autobiografie: Lion Wasczyk, Schauspieler, u.a. in der ARD-Produktion »Meine Tochter Anne Frank« als Peter van Pels
Gespräch mit Zvi Aviram: Dr. Beate Kosmala (Vertreterin der Gedenkstätte Deutscher Widerstand)
Musik: am Flügel Prof. Galina Iwanzowa-Bielka

Lesung, Zeitzeugengespräch und Empfang

Donnerstag, 10.11.2016, 18 Uhr I Lesung und Zeitzeugengespräch
Anne Frank Zentrum I Rosenthaler Str. 39 I 10178 Berlin

Begrüßung: Patrick Siegele, Direktor Anne Frank Zentrum
Lesung aus Zvi Avirams Autobiografie: Lion Wasczyk, Schauspieler 
Moderation und Gespräch mit Zvi Aviram: Markus Lanz
Im Anschluss Empfang mit Fotoaktion in Erinnerung an Margot Frank im Rahmen des »Margot Frank Gedenkjahres 2016«

Feierliche Straßenbenennung: Marie-Grünberg-Straße

Samstag, 12.11.2016, 14 Uhr I Feierliche Benennung der Straße 46 in Marie-Grünberg-Straße
Straße Nr. 46 I 13129 Berlin-Blankenburg

Grußworte: Vertreter*in des Stadtbezirks
Vorstellung der Geschichte von Marie Grünberg und Gespräch mit Zvi Aviram und Dr. Beate Kosmala (Vertreterin der Gedenkstätte Deutscher Widerstand) und Erinnerungen von Bürger*innen an Marie Grünberg
Enthüllung des neuen Straßenschildes
Musik: Hebräischer Chor Berlin und A. Wilczok und A. Jentzsch (Violinen)
Moderation: Hagen Kühne, Pfarrer der Ev. Kirchengemeinde Berlin-Blankenburg
Im Anschluss: Kuchenbuffet, Verteilung des Buches von Zvi Aviram an die Anwohner*innen



Mehr Informationen finden Sie im Flyer.

Materialien zur Veranstaltungsreihe mit Zvi Aviram


Eine Veranstaltungsreihe in Kooperation mit:
Wir danken: