04. April 2022 · online: zoom · Termine

Fachforum: »Der Umgang mit und die Rezeption von Antisemitismus an Gedenkstätten und Erinnerungsorten«

Zurück zur Übersicht

Am 4. April 2022 von 9.30 bis 16.30 Uhr findet das digitale Fachforum »Der Umgang mit und die Rezeption von Antisemitismus an Gedenkstätten und Erinnerungsorten« des Kompetenznetzwerks Antisemitismus statt.

Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus erfüllen unterschiedliche Funktionen – sie sind Orte der Erinnerung an die Opfer, Orte der Täter*innen und der Verbrechen, Orte der Forschung und der Dokumentation sowie Orte der Vermittlung und des Lernens. Oft sind diese Orte mit der Anforderung verbunden, gegen aktuelle Formen von Antisemitismus, Rassismus und andere Formen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit zu sensibilisieren und diesen vorzubeugen. Die Bearbeitung von Antisemitismus war jedoch lange auf den Bereich des historischen Lernens über den Nationalsozialismus und den Holocaust begrenzt. Antisemitismus wurde historisiert und nicht als aktuelles Problem wahrgenommen.

Im Rahmen des digitalen Fachforums des Kompetenznetzwerks werden Fragen der pädagogischen Bearbeitung von Antisemitismus an Gedenkstätten und Erinnerungsorten zur Geschichte des Nationalsozialismus und Holocaust genauer in den Blick genommen. Das Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment stellt seine Studie »Unbehagen an der Geschichte? Auseinandersetzung mit gegenwärtigem Antisemitismus in Gedenkstätten« vor. Diese hat die Wahrnehmungen und Praktiken von Gedenkstättenmitarbeiter*innen in der Rezeption von und den Umgang mit Antisemitismus untersucht. Im Rahmen des Fachforums tauschen sich die Teilnehmer*innen dazu aus, wie sich die Vermittlung der Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust mit einer Bearbeitung aktueller antisemitischer Vorfälle verknüpfen lässt.

Welche Erfahrungen mit antisemitischen Äußerungen und Angriffen gibt es an Gedenkstätten und Erinnerungsorten? Wie kann eine antisemitismuskritische Perspektive der Vermittlung mit den Zielen des historischen Lernens zusammengebracht werden?

Programm:

09.30: Begrüßung und Grußworte
— Michael Tetzlaff, Leiter der Abteilung 1 – Demokratie und Engagement im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
— Veronika Nahm, Anne Frank Zentrum, für das Kompetenznetzwerk Antisemitismus

10.00: Vorstellung und Diskussion der Studie
»Unbehagen an der Geschichte? Auseinandersetzung mit gegenwärtigem Antisemitismus in Gedenkstätten«
— Marina Chernivsky, Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment, und Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai, FH Potsdam

Moderation: Franziska Göpner, Anne Frank Zentrum

11.10: Pause

11.30: Podiumsgespräch
»Sollte die Bearbeitung von Antisemitismus Aufgabe von Gedenkstätten und Erinnerungsorten sein?«
— Deborah Hartmann, Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz
— Dr. Elke Gryglewski, Gedenkstätte Bergen-Belsen
— Dr. Christa Schikorra, KZ-Gedenkstätte Flossenbürg
— Veronika Nahm, Anne Frank Zentrum
— Deborah Krieg, Bildungsstätte Anne Frank

Moderation: Dr. Burglinde Hagert, Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment

13.00: Mittagspause

13.45: Workshops
1. »Diskriminierungssensible Zugänge in der historischen Vermittlung in der Gedenkstätte«
— Holger Obbarius, Gedenkstätte Buchenwald
2. »Antisemitismuskritische Bildung in der Ausstellung Alles über Anne«
— Dr. Verena Haug und Jana Rosenfeld, Anne Frank Zentrum
3. »Wie viel Gegenwart darf es sein? Antisemitismus und rechte Gewalt als Thema in der (historischen) Bildungsarbeit der Gedenkstätte Sachsenhausen«
— Katja Anders und Astrid Homann, Gedenkstätte Sachsenhausen
4. »Grundsätze der Fallberatung bei antisemitischen Vorfällen«
— Irina Ginsburg, OFEK Hessen

16.00: Tagungsreflexion und Abschluss
— Romina Wiegemann, Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment

Programmflyer als PDF zum Download

Eine Anmeldung ist bis zum 28.03.2022 möglich.

Zur Anmeldung für diese digitale Veranstaltung nutzen Sie bitte das Anmeldeformular:  Zum Anmeldeformular