Geschichte vermitteln

Gedenkaktion anlässlich des 90. Geburtstags von Margot Frank

»Margot ist so lieb geworden, sie scheint mir ganz anders zu sein als früher. Sie […] wird nun eine richtige Freundin.« - Anne Frank am 12.01.1944 über ihre Schwester

Am 16. Februar 2016 wäre Margot Frank 90 Jahre alt geworden. Das Anne Frank Zentrum möchte ihrer gedenken - in Kooperation mit der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt sowie der Gedenkstätte Bergen-Belsen und mit freundlicher Unterstützung der Botschaft des Königreichs der Niederlande in Berlin. Dazu wurden alle Anne-Frank-Schulen in Deutschland eingeladen, eigene kleine und große Projekt und Veranstaltungen zu organisieren.
Auch jede andere Schule sowie einzelne Klassen und Kurse sind herzlich eingeladen, Projekte zu organisieren. Ob Projekttag oder Theateraufführung, Rahmen und Ideen bestimmen die Beteiligten selbst. Sie können dafür kostenlos eigens für das Projekt entwickelte Lesezeichen, Postkarten und Plakate von uns beziehen.

Gedenkaktionen in Anne-Frank-Schulen

Gedenkveranstaltung anlässlich Margot Franks 90. Geburtstag in der Anne-Frank-Schule in Güstrow

© Anne-Frank-Schule Güstrow

Gedenkveranstaltung in der Anne-Frank-Schule in Güstrow
Schüler*innen der Klasse 6e der Anne-Frank-Schule Rheinkamp sitzen in Gruppen an Computern in ihrem Klassenraum

© Anne-Frank-Schule Rheinkamp

Schüler*innen der Klasse 6e der Anne-Frank-Schule Rheinkamp recherchieren zu Margot Frank

Eine der Schulen, die am Gedenkprojekt teilnahmen,  war die Anne-Frank-Schule in Güstrow. Am 11. März eröffnete die stellvertretende Schulleiterin Frau Sembach eine kleine Gedenkfeier mit einigen Worten zu Margot Franks Leben.  Es folgte eine Schweigeminute in Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Die Schüler*innen hatten sich im Vorfeld mit Margot und ihrer Biografie beschäftigt und einen Brief an Margot geschrieben, den sie nun vortrugen. Zudem wurden Papierblumen mit Wünschen der Schüler*innen gebastelt und an einem Baum in der Schule aufgehängt. Zum Abschluss wurde das Lied »Ich wünsche dir einen Regenbogen« gesungen.

Auch die Anne-Frank-Schule in Holzminden nahm das Thema im Schulalltag auf und beschäftigte sich mit Margot Frank. Darüber hinaus veranstaltet die Schule einmal jährlich einen Gedenktag zur Erinnerung an ihre Namensgeberin Anne Frank.

Schüler*innen der Klasse 6e der Anne-Frank-Schule Rheinkamp recherchierten zu Margot Frank und entwarfen zu ihren Rechercheergebnissen eigene Plakate, erstellten eine Präsentation und schrieben fiktive Tagebucheinträge Margot Franks. Die selbst erstellten Materialien sollen später genutzt werden, um anderen Schüler*innen von Margot und der Zeit des Nationalsozialismus zu berichten.

Lebensgeschichte

Margot Frank wurde am 16. Februar 1926 in Frankfurt am Main geboren. Sie war die drei Jahre ältere Schwester von Anne Frank und die älteste Tochter von Otto Frank und Edith Frank-Holländer.
Margot besuchte in Frankfurt die Ludwig-Richter-Schule bis die Familie 1934 in die Niederlande emigrierte. Grund dafür war der wachsende Antisemitismus, der durch die Nationalsozialisten geschürt wurde.

In Amsterdam, wo die Familie ab 1934 lebte, besuchte sie zunächst eine öffentliche Schule. Nachdem Deutschland die Niederlande besetze, mussten Margot und Anne 1941 auf ein jüdisches Lyceum wechseln.

Am 06. Juli 1942 erhielt Margot den Auruf, sich zum sogenannten Arbeitseinsatz in Deutschland zu melden. Sie wäre in ein Arbeitslager transportiert worden und ihren Eltern war bewusst, dass sie dann nicht zurückkehren würde. Die Familie tauchte daraufhin unter und versteckte sich im Hinterhaus der Prinsengracht 263, in dessen Vorderhaus sich der Firmensitz von Otto Franks Firma Opekta befand.

Margot hatte stets gute Schulnoten gehabt, im Versteck las sie viel und belegte einen Fernkurs in Latein, der auf den Namen der Helferin Miep Gies angemeldet worden war. Nach dem Krieg wollte sie Hebamme in Palästina werden, schrieb Anne in ihrem Tagebuch über die ältere Schwester. Margot führte auch Tagebuch, es wurde jedoch nie gefunden.

Am 04. August 1944 wurden die Versteckten, das waren Familie Frank, Famile van Pels und Fritz Pfeffer, verraten. Sie wurden noch am gleichen Tag verhaftet und in das Durchgangslager Westerbork in der Niederlande gebracht. Am 06. September 1944 wurden sie in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert, Margot überlebte die Selektion. Zusammen mit ihrer Schwester Anne kam sie Anfang November 1944 in das Lager Bergen-Belsen. Sie starb dort im Februar 1945 an Typhus.

Mehr über Margot.

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