Entwicklung neue Ausstellung

Von Januar 2017 bis November 2018 arbeiteten wir an der neuen Berliner Ausstellung. Wir wollen vor allem Jugendliche mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen erreichen. Deshalb entwickelten wir ein zeitgemäßes und inklusives Ausstellungskonzept. Es hilft, die Bedeutung des Nationalsozialismus und des Holocaust für die Gegenwart zu verstehen.

Hier berichten wir von den Arbeiten und stellen das Projektteam vor.

Anne Frank, 20. Juni 1942

»Es ist für jemanden wie mich ein eigenartiges Gefühl, Tagebuch zu schreiben. Nicht nur, dass ich noch nie geschrieben habe, sondern ich denke auch, dass sich später keiner, weder ich noch ein anderer für die Herzensergüsse eines dreizehnjährigen Schulmädchens interessieren wird.«

Endspurt – Baustelle Neue Ausstellung

Berlin / Oktober 2018

Nach monatelanger Planung und Gestaltung sowie Auswahl neuer Objekte und Medieninhalte steht der Abbau der alten Ausstellung auf dem Programm. Vitrinen werden geöffnet, Objekte verpackt, Möbel und Technik werden ausgebaut. Viele fleißige Helfer*innen zerkleinern Metallträger und Ausstellungswände. Handwerker*innen beginnen parallel dazu mit verschieden Arbeiten auf der gesamten Ausstellungsetage: neue Heizkörper, Kabel, Steckdosen und Lampen, Fliesen in frohen Farben werden angebracht. Die Fußbodenleger schleifen, spachteln und verkleben Linoleum, das auf riesengroßen Rollen angeliefert wird. Maler streichen die Decken, Wände und das Treppenhaus. Die neuen Ausstellungsteile selbst werden in einer Tischlerei und einer Druckerei hergestellt und dann an Ort und Stelle gemeinsam mit der Medientechnik eingebaut. Die Zielgerade ist in Sicht. Wir freuen uns auf die Lange Nacht der Eröffnung am 19. November 2018 und auf viele neugierige Besucher*innen.

Von: Sandra Schreiber. Gemeinsam mit den Ausstellungsgestalter*innen betreut sie die Baustelle. Die Entwicklung der neuen ständigen Ausstellung des Anne Frank Zentrums unterstützt sie in den Bereichen Projektmanagement und Projektcontrolling.

Finissage und Abbau der alten Ausstellung

Berlin / September 2018

Im Anne Frank Zentrum ist eigentlich immer etwas los, aber diesen Herbst ist es besonders geschäftig. Einerseits wird die Finissage geplant, da muss alles noch stehen. Andererseits wird hinter den Kulissen schon fleißig der Auszug vorbereitet. Die Büros und was sonst mitkommen soll wird sortiert und in Kisten verpackt. Die Ausstellung wird sorgfältig dokumentiert und die letzten Gruppen werden begleitet. Am 28. September ist es dann soweit: Wir verabschieden uns von »Anne Frank. hier & heute«, mit schönen Worten und Erinnerungen. Gekommen sind Mitarbeiter*innen, Freie Mitarbeiter*innen, Botschafter*innen und viele mehr.  Man munkelt, dass noch bis spät in die Nacht gefeiert wurde. Plötzlich ist die Ausstellung dann auch weg, die Kolleg*innen, deren Büros im Hinterhaus waren, werden ausgelagert. Dafür begegnet man immer mehr Menschen von der Umzugsfirma, beladen mit Kisten und Werkzeugen. Sich als neue Freiwillige zwischen all dem zurechtzufinden ist nicht einfach; einer der häufigsten Sätze, die man bei Einführungen hört, ist »aber das wird dann sowieso alles anders…«. Allerdings bekommt man nicht jedes Jahr eine neue Dauerausstellung, das ist also auch furchtbar aufregend. Mit Routine ist da nichts.

Von: Lena Jogschies. Sie ist seit September 2018 Freiwillige im FSJ Kultur im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und verfolgt die letzten Vorbereitungen für die neue Ausstellung gespannt.

Virtuell im Hinterhaus

Berlin / Juni 2018

Das Anne Frank Haus hat zusammen mit Force Field VR und Oculus einen neuen, virtuellen Rundgang durch das Versteck im Hinterhaus entwickelt. In der 25-minütigen Tour können Besucher*innen alle
Räume erkunden.
Durch eine großzügige Spende werden die Brillen und somit das Angebot, das Hinterhaus virtuell zu besuchen, Teil unserer neuen Ausstellung sein!
Eine VR-Brille haben wir schon mal getestet und sind beeindruckt! Und einen kleinen Einblick in das Tool gibt es hier.

Update für den Beirat

Berlin / Mai 2018

Die Vorbereitungen für die dritte Sitzung des Fachbeirats müssen etwas länger gedauert haben: Als wir Teilnehmende der dritten Beiratssitzung den Seminarraum betraten, waren Tastobjekte ausgepackt, ein Modell der Ausstellung aufgestellt, Objekte ausgelegt und Farbausdrucke von Fotos aufgehängt. Seit dem letzten Treffen im Oktober 2017 war viel passiert, und wir wurden zunächst über die neuen Ausarbeitungen informiert. Im Gespräch konnten wir dann zum einen ganz konkrete, praktische Tipps geben, wie beispielsweise für gute, platzsparend zu verstauende Stühle. Wir diskutierten aber auch grundsätzliche Fragen im Bereich »Was hat die Gegenwart mit Anne Frank zu tun?«, beispielsweise die Frage: »Wie kann man  in einer Ausstellung zeigen, dass das Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus größtenteils erstritten werden musste und auch heute Angriffen ausgesetzt ist?«

Von: Anja Witzel, Referentin in der Berliner Landeszentrale für politische Bildung, ist dort für die Bereiche Förderung und Kooperationen zuständig. Sie ist schon gespannt auf die Eröffnung im November, vor allem auf die Reaktionen der jugendlichen Besucherinnen und Besucher!

Für die Öffentlichkeit

Berlin / April 2018

Die Ausstellung Berlin ist eines der Herzstücke der Arbeit des Anne Frank Zentrums. Und dieses Herzstück wird nun von Grund auf erneuert. Für unsere  Öffentlichkeitsarbeit heißt das, viele Bereiche der klassischen und digitalen Kommunikation abzudecken. Um nur einige zu nennen: Wir beantworten Presseanfragen, schreiben Facebook- und Instagram-posts und erstellen Pressemappen.
Bereits jetzt schon weisen wir auf allen möglichen Kanälen auf die Schließzeit im Oktober/November 2018 hin, während der die aktuelle Ausstellung entkernt wird. Wir sind mit Kooperationspartnern und Medienschaffenden im Gespräch, um die neue Ausstellung mit ihrem überarbeiteten Konzept großflächig bekannt zu machen. Und last but not least denken wir schon heute über eine Eröffnungsveranstaltung nach, von der wir möchten, dass von ihr noch lange geschwärmt wird.  

Von: Anja Spiller. Seit Anfang 2018 leitet sie den Bereich Kommunikation und steuert gemeinsam mit dem Team des Anne Frank Zentrums die Aktivitäten rund um die Eröffnung und Bekanntmachung der Neuen Ausstellung Berlin. Ein großes, buntes und spannendes Projekt, wie sie findet.  


Farbe bekennen

Berlin / März 2018

Die Auswahl von Farben und Materialien für eine Ausstellung ist eine besonders schöne und relevante Aufgabe zu Beginn eines Projekts. In dem Fall geht es um die gesamten Räumlichkeiten, die eine neue Atmosphäre erhalten sollen. Dabei spielt alles zusammen: Der Boden zur Wand, die Wand zur Grafik, die Grafik zum Corporate Design des Hauses – alles soll zueinander passen. Anhand von Materialmustern und Farbkarten nähern wir uns einem Farbspektrum, in dem die Neue Ausstellung Berlin erscheinen wird.

Von: Vera Franke, Frank Steinert, Christine Kitta. Das Team Franke | Steinert ist zusammen mit Christine Kitta für die Gestaltung der neuen Dauerausstellung zuständig.
Die drei Gestalter*innen sind seit vielen Jahren im Bereich Ausstellungsarchitektur und -grafik tätig.

Das Hinterhaus als Tastobjekt

Treffen Tactile Objekte

Berlin / Februar 2018

Es ist uns sehr wichtig, dass die neue Ausstellung möglichst vielen Besucher*innen zugänglich ist. Aus diesem Grund beschäftigen wir uns intensiv mit dem Thema Inklusion. Und so machte ein Treffen zu diesem Thema den Auftakt im neuen Jahr. Zusammen mit fachlichen Expert*innen diskutierten wir über die tastbaren Objekte, die in der neuen Ausstellung zu sehen und zu ertasten sein werden. Daneben erarbeiteten wir in einem Workshop Kriterien dazu, wie man Ausstellungstexte in einer leicht verständlichen Sprache schreibt.

Wir sind unseren Berater*innen für den Austausch sehr dankbar und arbeiten weiter am Konzept einer möglichst barrierearmen neuen Ausstellung.

Von: Luiza Kulenkampff. Sie war zwischen 2012 und 2013 im Rahmen des Europäischen Freiwilligendienst im Anne Frank Zentrum tätig und arbeitet jetzt als pädagogische Referentin im Bereich Berliner Ausstellung und Neue Ausstellung Berlin in Elternzeitvertretung für Giulia Tonelli.

Austausch in Amsterdam

Amsterdam / Januar 2018

Es war für mich eine große Freude, das Großteam aus Berlin endlich in Amsterdam empfangen zu dürfen. Wir haben uns intensiv mit der Weiterentwicklung des Ausstellungskonzepts beschäftigt, vor allem die Verbindung zwischen ‚damals‘ und ‚heute‘ ist eine interessante Herausforderung. Zum Glück hatten wir auch Zeit, uns sowohl das Anne Frank Haus, als auch den Merwedeplein anzusehen, wo die Familie Frank von 1933 bis 1942 lebte. Jedes Mal bin ich überrascht wie sehr es noch so aussieht wie damals…

Von: Menno Metselaar. Er arbeitet als Projektleiter für Präsentationen und Publikationen im Anne Frank Haus in Amsterdam. Im Laufe seiner langjährigen Arbeit im Anne Frank Haus hat er an vielen Ausstellungen und Publikationen über Anne Frank mitgearbeitet.

Halbzeit

Berlin / Dezember 2017

Um die wichtigsten Angelegenheiten des Vereins zu besprechen, treffe ich mich als Direktor viermal im Jahr mit den Vorstandsmitgliedern des Anne Frank Zentrums (v. l. n. r.): Ulrich Funk, Garance Reus-Deelder, Ronald Leopold und Jens-Uwe Fechner. Im Jahr 2018 ist das zweifellos die Eröffnung unserer neuen Ausstellung!
Bei unserer letzten Vorstandssitzung im Dezember 2017 haben wir anhand eines ersten Grundrisses der neuen Ausstellung diskutiert: Wie kann unsere Ausstellungsfläche am besten genutzt werden? Welche inhaltlichen Schwerpunkte wird es im historischen und aktuellen Teil der Ausstellung geben? Und: Welche praktischen Tipps können uns Garance und Ronald vom Anne Frank Haus geben, die gerade ihre Dauerausstellung in Amsterdam umbauen und erweitern?

Von: Patrick Siegele. Der jetzige Direktor ist seit seinem Gedenkdienst im Jahr 2000 im Anne Frank Zentrum tätig. Da er 2005/06 bereits an der derzeitigen Ausstellung mitarbeitete, freut er sich besonders, nun die Entwicklung der neuen Ausstellung zu steuern.

Auf die Plätze, fertig, ...

Berlin / November 2017

Von nun an wird das inhaltliche Ausstellungskonzept endlich greifbare Gestalt annehmen: In den letzten Wochen und Monaten haben wir viele Paragraphen des Vergaberechts studiert und fünf Gestaltungsbüros zu einem Wettbewerb um die Gestaltung unserer neuen Ausstellung eingeladen. Nach einem mehrwöchigen Vergabeverfahren hat das Projektteam ein Büro für die Ausstellungsgestaltung ausgewählt. Gemeinsam mit dem Büro Franke | Steinert und der Grafikerin Christine Kitta werden wir uns den planerischen, gestalterischen und baulichen Herausforderungen stellen.
Ende Oktober begann unsere kreative Zusammenarbeit: Auf einer viertägigen Klausur in Berlin-Kreuzberg und Mitte haben sich das Gestalter*innen- und das Projektteam kennengelernt und Ideen zum Ausstellungskonzept und Projektmanagement ausgetauscht. Außerdem haben uns fachkompetente Expert*innen beraten und uns Tipps gegeben, wie unsere zukünftige Ausstellung für mehr Besucher*innen zugänglich gemacht werden kann. Diesem Anspruch möchten wir gerne gerecht werden. Jetzt geht es richtig los!   

Von: Sandra Schreiber. Die Entwicklung der neuen ständigen Ausstellung des Anne Frank Zentrums unterstützt sie in den Bereichen Projektmanagement und Projektcontrolling. Sie hat viele Jahre für die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden gearbeitet und freut sich nun ein Teil des Projektteams Neue Ausstellung Berlin im Anne Frank Zentrum zu sein.

Das Konzept der neuen Ausstellung steht fest!

Berlin / Oktober 2017

Am 21.09. hat der Vorstand des Anne Frank Zentrums das Konzept der neuen Ausstellung  verabschiedet. Damit ist ein weiterer Meilenstein erreicht.
Im Oktober hat außerdem die zweite Runde der Beiratssitzungen stattgefunden: Wir haben uns mit Lehrkräften und jugendlichen Multiplikator*innen ausgetauscht  und Rückmeldungen sowie Anregungen zum Konzept eingeholt.

»In die Entwicklung der neuen Ausstellung des Anne Frank Zentrums bringe ich meine Erfahrung als Peer Guide ein. Über die Jahre, die ich bereits mit Jugendgruppen arbeite, habe ich natürlich Ideen entwickelt wie sich Antisemitismus in der pädagogischen Arbeit thematisieren lässt.« Jakob, 23, ist Teil des Beirats Vermittlung zur Entwicklung der neuen Ausstellung des Anne Frank Zentrums.

Ich habe mich wirklich sehr gefreut mich mit den verschiedenen Perspektiven auseinandersetzen zu können, die sowohl Lehrkräfte als auch die jugendlichen Multiplikator*innen auf die Ausstellung haben. Ich glaube, dass dieser Austausch mit den verschiedenen Akteur*innen ein sehr wichtigste Bestandteil der Entwicklung unserer neuen Ausstellung ist.

Von: Giulia Tonelli. Sie war ab 2006 als Freie Mitarbeiterin tätig und arbeitet jetzt als pädagogische Referentin im Bereich Berliner Ausstellung und Neue Ausstellung Berlin.

Suchbewegungen

Berlin / September 2017

Um die Inhalte der neuen Ausstellung ansprechend vermitteln zu können sind wir im Moment auf der Suche nach einem Gestalterbüro. Die Ausschreibung läuft und wir sind gespannt, mit wem wir zusammenarbeiten werden.
Und da auch bei uns Sommerzeit Reisezeit ist, waren wir im August viel unterwegs und ließen uns in anderen Museen inspirieren. Die Gedanken und Gespräche drehten sich darum, wie die Räume, die Texte und der Servicebereich aussehen und wie die Gegenstände und Fotos aus dem Leben von Anne Frank zukünftig gezeigt werden sollen.

Von: Veronika Nahm. Die Entwicklung der jetzigen Ausstellung des Anne Frank Zentrums in 2006 hat sie als freie Mitarbeiterin unterstützt, jetzt leitet sie neben dem Bereich Berliner Ausstellung und Pädagogik die Entwicklung der neuen ständigen Ausstellung.

Mittendrin in der Konzeptentwicklung

Berlin / August 2017

Die Entwicklung unserer Ausstellung nimmt Fahrt auf: Am 17. Juli 2017 traf sich unser Großteam bereits zum zweiten Mal in Berlin. Beim ersten Treffen im April diskutierten wir noch die Rahmenbedingungen. Nun konnten wir bereits an den konkreten Ideen für das Konzept der Ausstellung arbeiten (hinten links im Bild).

Besonders gefreut habe ich mich darüber, dass Menno Metselaar vom Anne Frank Haus den weiten Weg für dieses Treffen auf sich genommen hat, um uns bei der Ausstellungsentwicklung zu unterstützen.

Von: Malte Lührs (oben links). Er war mehrere Jahre freier Mitarbeiter im Anne Frank Zentrum und arbeitet seit Februar 2017 als Kurator an der Entwicklung der neuen Dauerausstellung.

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