Just X Berlin – Bildung gegen Antisemitismus

Das Anne Frank Zentrum ist seit 2025 Teil im Verbundprojekt »JUST X Berlin« und setzt Bildungsangebote gegen Antisemitismus im Berliner Strafvollzug um. Für den Strafvollzug sind antisemitische Vorfälle dokumentiert, die von diskriminierenden Aussagen bis hin zu Gewaltausübung reichen. Gefahren einer Radikalisierung bestehen insbesondere für Jugendliche, die auf Identitätssuche sind und kaum Zugang zu politischer Bildung erhalten. Hier setzen die partizipativen Bildungsangebote des Anne Frank Zentrums an, um demokratiefeindlichen Einstellungen und Radikalisierungstendenzen vorzubeugen und entgegenzuwirken.

»Stimmen aus Plötzensee«

© Anne Frank Zentrum

Kreative Erinnerungskultur im Podcast: Im Projekt »Stimmen aus Plötzensee« in Kooperation mit der Helmuth Hübener Schule der Jugendstrafanstalt Berlin setzten sich Jugendliche in Haft mit der Geschichte des Gefängnisses im Nationalsozialismus auseinander. Entstanden ist eine bewegende Podcast-Folge mit dem Titel »Ich träume von Freiheit und Glück«.

Dafür tauchten sie in die Biografie von Max Bindel ein, der nach antisemitischer Verfolgung selbst in Plötzensee inhaftiert war und nie von dort zurückkehrte. Die Jugendlichen begaben sich auf Spurensuche, fanden Zugänge zu Max Bindels Gedichten und Bildern aus der Haft, trafen seine Tochter Irene Bindel für ein Interview und vertonten eigene künstlerische Arbeiten.

Die Folge ist auf der Website von »Zweidrittel FM« verfügbar und überall, wo es Podcasts gibt.
Das Projekt wurde 2025 im Bundeswettbewerb »Demokratisch Handeln« als eines von 50 herausragenden Demokratieprojekten ausgezeichnet.

Die Bildungsangebote des Anne Frank Zentrums:

– Biografisches Lernen und Workshops zu NS-Geschichte, Holocaust und Erinnerungskultur
– Kreative Lernangebote im Rahmen der antisemitismuskritischen Bildung
– Der »Anne Frank Tag« als Aktionstag gegen Antisemitismus für Schulen in Haftanstalten
– Zielgruppenspezifische Lernmaterialien für den Einsatz in Justizvollzugsanstalten
– Fortbildung und Beratung von Fachkräften im Umgang mit aktuellem Antisemitismus

Eine Person mit einem T-Shirt der Helmut-Hübener-Schule sitzt im Vordergrund eines Stuhlkreises.
© JSA Berlin
Mehrere gelbe Themenkarten mit Stichworten liegen auf einem blauen Boden verteilt.
© JSA Berlin
© Anne Frank Zentrum, Fotos: Katja Harby
© Anne Frank Zentrum, Fotos: Katja Harby
© Anne Frank Zentrum, Fotos: Katja Harby

Die Partner des Anne Frank Zentrums

»JUST X Berlin« ist ein Verbundprojekt, dem das Violence Prevention Network, die Denkzeit-Gesellschaft und das Anne Frank Zentrum angehören. 

Das Violence Prevention Network bietet Workshops der politischen Bildung, Einzelfallberatungen und Fortbildungen für Fachkräfte zur Prävention und Deradikalisierung im Strafvollzug an. Die Denkzeit-Gesellschaft führt »Blickwechsel«-Trainings durch und qualifiziert Fachkräfte der Justizvollzugsanstalten rund um die Themen Entwicklungspsychologie und Psychodynamisch Interaktionelle Pädagogik. Als Teil der »AG Strafvollzug und Bewährungshilfe« ist der Verbund im fachlichen Austausch mit anderen zivilgesellschaftlichen Trägern. Wissenschaftlich evaluiert wird die Projektarbeit durch das Deutsche Jugendinstitut (DJI). 

Das Projekt »Just X Berlin« wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms »Demokratie leben!« und kofinanziert durch die Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung.

Es berät Sie gern

Roman Guski
Projektleiter »Politische Bildung im Strafvollzug«
Telefon: 030-288865634
guski[at]annefrank.de

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