Neue ständige Ausstellung Berlin

Seit Januar 2017 arbeiten wir an der Neuentwicklung der Berliner Ausstellung. Die neue Ausstellung wird zeitgemäß und inklusiv die Bedeutung des Nationalsozialismus und des Holocaust für die Gegenwart ausloten. Die Hauptzielgruppe sind Jugendliche und Familien.

Im November 2018 soll die neue Berliner Ausstellung eröffnet werden! Im Video berichten wir von den laufenden Arbeiten und stellen das Projektteam vor.

Anne Frank, 20. Juni 1942

»Es ist für jemanden wie mich ein eigenartiges Gefühl, Tagebuch zu schreiben. Nicht nur, dass ich noch nie geschrieben habe, sondern ich denke auch, dass sich später keiner, weder ich noch ein anderer für die Herzensergüsse eines dreizehnjährigen Schulmädchens interessieren wird.«

Auf die Plätze, fertig, ...

Von nun an wird das inhaltliche Ausstellungskonzept endlich greifbare Gestalt annehmen: In den letzten Wochen und Monaten haben wir viele Paragraphen des Vergaberechts studiert und fünf Gestaltungsbüros zu einem Wettbewerb um die Gestaltung unserer neuen Ausstellung eingeladen. Nach einem mehrwöchigen Vergabeverfahren hat das Projektteam ein Büro für die Ausstellungsgestaltung ausgewählt. Gemeinsam mit dem Büro Franke | Steinert und der Grafikerin Christine Kitta werden wir uns den planerischen, gestalterischen und baulichen Herausforderungen stellen.
Ende Oktober begann unsere kreative Zusammenarbeit: Auf einer viertägigen Klausur in Berlin-Kreuzberg und Mitte haben sich das Gestalter*innen- und das Projektteam kennengelernt und Ideen zum Ausstellungskonzept und Projektmanagement ausgetauscht. Außerdem haben uns fachkompetente Expert*innen beraten und uns Tipps gegeben, wie unsere zukünftige Ausstellung für mehr Besucher*innen zugänglich gemacht werden kann. Diesem Anspruch möchten wir gerne gerecht werden. Jetzt geht es richtig los!   

Von: Sandra Schreiber. Die Entwicklung der neuen ständigen Ausstellung des Anne Frank Zentrums unterstützt sie in den Bereichen Projektmanagement und Projektcontrolling. Sie hat viele Jahre für die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden gearbeitet und freut sich nun ein Teil des Projektteams Neue Ausstellung Berlin im Anne Frank Zentrum zu sein.

Das Konzept der neuen Ausstellung steht fest!

Am 21.09. hat der Vorstand des Anne Frank Zentrums das Konzept der neuen Ausstellung  verabschiedet. Damit ist ein weiterer Meilenstein erreicht.
Im Oktober hat außerdem die zweite Runde der Beiratssitzungen stattgefunden: Wir haben uns mit Lehrkräften und jugendlichen Multiplikator*innen ausgetauscht  und Rückmeldungen sowie Anregungen zum Konzept eingeholt.

»In die Entwicklung der neuen Ausstellung des Anne Frank Zentrums bringe ich meine Erfahrung als Peer Guide ein. Über die Jahre, die ich bereits mit Jugendgruppen arbeite, habe ich natürlich Ideen entwickelt wie sich Antisemitismus in der pädagogischen Arbeit thematisieren lässt.« Jakob, 23, ist Teil des Beirats Vermittlung zur Entwicklung der neuen Ausstellung des Anne Frank Zentrums.

Ich habe mich wirklich sehr gefreut mich mit den verschiedenen Perspektiven auseinandersetzen zu können, die sowohl Lehrkräfte als auch die jugendlichen Multiplikator*innen auf die Ausstellung haben. Ich glaube, dass dieser Austausch mit den verschiedenen Akteur*innen ein sehr wichtigste Bestandteil der Entwicklung unserer neuen Ausstellung ist.

Von: Giulia Tonelli. Sie war ab 2006 als Freie Mitarbeiterin tätig und arbeitet jetzt als pädagogische Referentin im Bereich Berliner Ausstellung und Neue Ausstellung Berlin.

Suchbewegungen

»Um die Inhalte der neuen Ausstellung ansprechend vermitteln zu können sind wir im Moment auf der Suche nach einem Gestalterbüro. Die Ausschreibung läuft und wir sind gespannt, mit wem wir zusammenarbeiten werden.
Und da auch bei uns Sommerzeit Reisezeit ist, waren wir im August viel unterwegs und ließen uns in anderen Museen inspirieren. Die Gedanken und Gespräche drehten sich darum, wie die Räume, die Texte und der Servicebereich aussehen und wie die Gegenstände und Fotos aus dem Leben von Anne Frank zukünftig gezeigt werden sollen.

Von: Veronika Nahm. Die Entwicklung der jetzigen Ausstellung des Anne Frank Zentrums in 2006 hat sie als freie Mitarbeiterin unterstützt, jetzt leitet sie neben dem Bereich Berliner Ausstellung und Pädagogik die Entwicklung der neuen ständigen Ausstellung.

Mittendrin in der Konzeptentwicklung

»Die Entwicklung unserer Ausstellung nimmt Fahrt auf: Am 17. Juli 2017 traf sich unser Großteam bereits zum zweiten Mal in Berlin. Beim ersten Treffen im April diskutierten wir noch die Rahmenbedingungen. Nun konnten wir bereits an den konkreten Ideen für das Konzept der Ausstellung arbeiten (hinten links im Bild).

Besonders gefreut habe ich mich darüber, dass Menno Metselaar vom Anne Frank Haus den weiten Weg für dieses Treffen auf sich genommen hat, um uns bei der Ausstellungsentwicklung zu unterstützen.«

Von: Malte Lührs (oben links). Er war mehrere Jahre freier Mitarbeiter im Anne Frank Zentrum und arbeitet seit Februar 2017 als Kurator an der Entwicklung der neuen Dauerausstellung.

Häufige Fragen zur neuen Ausstellung

Sie möchten wissen, warum es eine neue Ausstellung geben wird, wann der Umbau stattfindet oder was der Eintritt kostet? Dann lesen Sie weiter!

Wann gibt es die neue Ausstellung zu sehen?
Die neue Ausstellung wird in der zweiten Novemberhälfte 2018 eröffnet. Genaueres erfahren Sie zeitnah auf dieser Website und über unseren Newsletter.

Wo wird die neue Ausstellung gezeigt?
Die neue Ausstellung wird am selben Ort und auf derselben Ausstellungsfläche wie die derzeitige Ausstellung gezeigt werden: im 2. Stock des ersten Hinterhauses der Rosenthaler Straße 39.

Warum wird es eine neue Ausstellung geben?

Die derzeitige Ausstellung ist mehr als 10 Jahre alt. Deswegen müssen die Gegenwartsbezüge aktualisiert werden. Außerdem soll die Zugänglichkeit zur Ausstellung verbessert und die Lokalgeschichte der Spandauer Vorstadt berücksichtigt werden.

Was bleibt gleich und was ändert sich mit der neuen Ausstellung?
Die neue Ausstellung wird nach wie vor an Anne Frank erinnern und die Bedeutung des Nationalsozialismus und des Holocausts für die Gegenwart ausloten. Inhaltlich und technisch knüpft sie an die bisherigen Erfahrungen an und entwickelt diese weiter. Die Hauptzielgruppen sind weiterhin Schulklassen und Jugendgruppen sowie Familien.

Welche Sprachen gibt es in der neuen Ausstellung?
Sämtliche Texte der neuen Ausstellung sind in deutscher und englischer Sprache. Sie sind leicht verständlich. Die wesentlichen Inhalte der Ausstellung werden außerdem in Deutscher Gebärdensprache, klarer Sprache und Braille Langschrift vermittelt. Für 2019 ist geplant weitere Sprachen über einen Audioguide anzubieten.

Wieviel kostet der Eintritt für die neue Ausstellung?
Nach derzeitigem Stand der Planung betragen die Eintrittspreise für die Ausstellung zukünftig für Erwachsene 6 Euro (bisher 5 Euro), ermäßigt 3,50 Euro (bisher 3 Euro) und für Familien 14 Euro (bisher 12 Euro).

Gruppen bezahlen für eine zweistündige pädagogische Begleitung ermäßigten Eintritt, das heißt pro Person 3,50 Euro (bisher 3 Euro) zuzüglich einer Betreuungspauschale in Höhe von 25 Euro (ab 8 bis 15 Personen) bzw. 50 Euro (ab 16 Personen bis 30 Personen).
Die Preise sind erst verbindlich, wenn die Haushaltsplanung für 2018 abgeschlossen ist.

Wir bemühen uns, unser bestehendes Angebot der finanziellen Unterstützung von Schulklassen mit geringem Budget weiterführen zu können.

Was ist die geplante Aufenthaltsdauer für einen Besuch der neuen Ausstellung?
Individualbesucher*innen empfehlen wir weiterhin sich mindestens eine Stunde Zeit zu nehmen, um die Ausstellung zu entdecken. Die pädagogischen Programm werden wieder zwischen zwei Stunden (Ausstellungsbegleitung) und fünf Stunden (Projekttag) dauern. 

Welche pädagogischen Programme werden in der neuen Ausstellung angeboten?
Nach derzeitigem Stand der Planung werden wir dieselben pädagogischen Angebote anbieten wie bisher. Die Inhalte und Methoden müssen natürlich an die neuen Ausstellungsinhalte angepasst werden. Perspektivisch werden weitere pädagogische Programme zu unterschiedlichen Fragestellungen angeboten, beispielsweise auch explizit zur Bearbeitung von Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart.

Wie wird in der neuen Ausstellung pädagogisch gearbeitet? (Welche Kompetenzen werden geschult, welche Lerntypen berücksichtigt?)
Die Beteiligung von Jugendlichen steht im Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit des Anne Frank Zentrums. Dafür nutzen wir seit Jahren erfolgreich den Peer Education Ansatz, den wir auch in der neuen Ausstellung beibehalten werden.

Peer Education lässt sich als »Bildungsarbeit unter Gleichaltrigen« übersetzen. Jugendliche werden mit ihren Erfahrungen, Interessen und ihrer eigenen Sprache zu Expert*innen in der Ausstellung. Sie erproben interaktive Methoden und führen Gespräche auf Augenhöhe. Damit wird die Ausstellung zum jugendgerechten Lernort für Schulklassen und Jugendgruppen.
Methodisch setzen wir weiterhin auf die Arbeit in kleineren Gruppen. Auch in der neuen Ausstellung werden Gruppen ab 16 Personen in zwei Kleingruppen aufgeteilt, die jeweils von einer Ausstellungsbegleiter*in betreut werden.
Die Teilnehmenden an pädagogischen Programmen werden immer wieder aufgefordert selbst Inhalte auszuwählen, zu bearbeiten und die Ergebnisse den anderen vorzustellen. Die Ausstellungsarchitektur wird stärker darauf ausgelegt sein, das Arbeiten in der Ausstellung zu erleichtern und Arbeitsergebnisse auch für nachfolgende Gruppen sichtbar zu machen.

Wodurch wird die neue Ausstellung inklusiver?
Ziel der neuen Ausstellung ist es, die Inhalte Menschen mit besonderen Bedürfnissen im Bereich Sehen, Hören, Bewegung und Lernen zugänglich zu machen.

Die Ausstellung ist mit einem Aufzug erreichbar, die Einbauten werden unterfahrbar sein. Es wird Tastobjekte und einen ertastbaren Übersichtsplan geben. Die wichtigsten Informationen werden in Gebärdensprache übersetzt. Generell sind die Texte in leicht verständlicher Sprache geschrieben. Die Ausstellungsinhalte werden über unterschiedliche Medien vermittelt, womit auch unterschiedliche Lerntypen angesprochen werden.

Gibt es eine Schließzeit? Gibt es alternative Angebote während der Schließzeit?
Die derzeitige Ausstellung »Anne Frank. hier & heute« schließt am 30.09.2018. Für etwa sieben Wochen zeigen wir keine Ausstellung in der Rosenthaler Straße 39. Nach derzeitigem Planungsstand wird es aber eine Wanderausstellung zu Anne Frank an einem anderen Ort in Berlin geben. Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

Das Büro ist während der Schließzeit besetzt. Wir nehmen gerne bereits Ihre Gruppenanmeldungen für die Zeit nach der Eröffnung entgegen.

Bitte berücksichtigen Sie:

Die obenstehenden Informationen bilden den derzeitigen Planungsstand ab. Es können sich im weiteren Fortgang des Projekts Änderungen ergeben. Das Anne Frank Zentrum übernimmt keine Haftung für Schäden, die sich aus eventuellen Änderungen ergeben.

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