Ausstellung Berlin

Smartphone-Rundgang
»Auf den Spuren jüdischen Lebens in Berlin-Mitte«

Nun können Sie auch mit Ihrem Smartphone individuell eine audio-visuelle Tour auf den Spuren jüdischen Lebens in Berlin-Mitte unternehmen. Der Rundgang führt durch das Gebiet rund um das Anne Frank Zentrum am Hackeschen Markt, u.a. zum ältesten jüdischen Friedhof Berlins, zur jüdischen Oberschule und zur Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße.

Der Rundgang wurde in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand entwickelt.

Preise und Verfügbarkeit

Der Rundgang kostet regulär 4,95 € für Android-Smartphones und 2,99 € für das iPhone. Für die Besucherinnen und Besucher unserer Ausstellung, die das iPhone benutzen, ist er kostenlos. Fragen Sie an unserer Kasse einfach nach einem Coupon.
Der Rundgang »Jüdisches Leben in Berlin Mitte« entstand in Kooperation mit storytude. Die storytude-App ist erhältlich für das iPhone und für Android-Smartphones.

Stationen der Tour

1. Geschichte der Spandauer Vorstadt

Hier stehen Sie direkt in der »Spandauer Vorstadt«, einem historischen Viertel Berlins, das heute zum Bezirk Mitte gehört. Seinen Namen erhielt es im 17. Jahrhundert vom gleichnamigen Spandauer Tor, einem der Stadttore Berlins. Hören Sie mehr zur Geschichte dieses Stadtteils, der eng mit der Geschichte Berlins verbunden ist …

2. Anne Frank Zentrum

In diesem Hinterhaus präsentieren wir die Ausstellung »Anne Frank hier & heute«. Die Ausstellung erzählt die Lebensgeschichte Anne Franks und informiert über die Zeit, in der sie gelebt hat. Sie erklärt, wieso Anne Franks Tagebuch heute so berühmt ist und zeigt, dass ihre Gedanken noch heute aktuell sind.

3. Blindenwerkstatt Otto Weidt

Das Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt erzählt die Geschichte eines Kleinfabrikanten, der während des Zweiten Weltkrieges hauptsächlich blinde und gehörlose Juden beschäftigte. Er konnte so einige Menschen vor der Deportation bewahren.

4. Hackesche Höfe

Die Hackeschen Höfe ist eines der größten geschlossenen Hofareale Europas und zu jeder Jahreszeit voller Touristen. Hier findet man außer den Wohnhöfen und kulturellen Einrichtungen auch trendige Läden und Outlets Berliner Designer.

5. Hackescher Markt

Der Hackesche Markt bildet einen innerstädtischen Verkehrsknotenpunkt. Am gleichnamigen S-Bahnhof befand sich früher die Börse. Zwei Mal pro Woche findet hier ein Markt mit einer Mischung aus Lebensmitteln, Imbiss und Kunsthandwerk statt.

6. Stolpersteine

»Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist«, sagt Künstler Gunter Demnig. Er ehrt die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenksteine aus Messing in den Gehweg verlegt. Die sogenannten »Stolpersteine« vor dem Grundstück der Oranienburger Straße 9-10 erinnern an die Familie Kozower.

7. Alter jüdischer Friedhof

Dieser Friedhof wurde 1672 von der Jüdischen Gemeinde angelegt. Er ist damit die älteste jüdische Begräbnisstätte Berlins. 1943 wurde der Friedhof von den Nationalsozialisten geschändet und zerstört. Heute erinnern noch einige Grabsteine an die usrprüngliche Bedeutung der Grünanlage.

8. Gedenkstein Moses Mendelssohn

1786 wurde hier der berühmte jüdische Philosoph der Aufklärung Moses Mendelssohn bestattet. Später wurde sein Grab von den Nationalsozialisten zerstört. 1990 ist ungefähr an der Stelle des Grabes der heutige Gedenkstein aufgestellt worden. Mendelssohn war ein enger Freund von Lessing, der ihm mit seinem »Nathan, der Weise« ein Denkmal setzte.

9. Jüdisches Altersheim

1844 wurde vor dem Friedhof das Altersheim der Jüdischen Gemeinde errichtet. Es wurde ab 1942 von den Nationalisten als Sammellager für die Berliner Juden missbraucht. Eine Gedenktafel vor dem Friedhof erinnert an das Gebäude. Der ehemalige Grundriss wird mit Pflastersteinen angedeutet.

10. Jüdische Schule

Die Schule ist heute wieder eine staatlich anerkannte Privatschule der Jüdischen Gemeinde Berlins. Von 1942 bis 1945 wurde das Haus als Sammellager für Berliner Juden genutzt. Eine Schülerin erzählt wie es sich heute anfühlt von Polizisten bewacht zu werden.

11. »The missing house«

An dieser Stelle klafft eine Baulücke, die 1990 vom französischen Künstler Christian Boltanski als Kunst-Installation unter dem Namen »The Missing House« bewusst gestaltet wurde. Das Kunstwerk erinnert an die Einwohner des 1945 durch Bomben zerstörten Hauses. Ihre Namen kann man an der Wand lesen!

12. Sophienkirche

Die Sophienkirche entstand Anfang des 18. Jahrhunderts als evangelische Pfarrkirche der Spandauer Vorstadt. Sie besitzt noch ihren alten Kirchhof und darauf einige schöne alte Grabmale. Den Krieg hat sie überstanden, aber Einschüsse an der Fassade aus den letzten Kriegstagen sieht man heute noch.

13. Neue Synagoge – Centrum Judaicum

Hier stehen Sie vor der Neuen Synagoge, die 1866 eingeweiht wurde. Mit über 3000 Sitzplätzen war sie das größte jüdische Gotteshaus Deutschlands. Von den Novemberpogromen 1938 blieb sie verschont, doch dem Bombenhagel widerstand nur die Vorderfront. Sie beherbergt heute das Centrum Judaicum.

14. Heckmann-Höfe

In den Heckmannhöfen befindet sich ein lebendiger Mix aus Gastronomie, Wohnen und Kunsthandwerk. Viele der Läden sind in ehemaligen Remisen, den Garagen für Kutschen untergebracht. Die Höfe befinden sich heute noch im Besitz der Familie Heckmann von der sie aufwändig restauriert wurden.

15. Adass Jisroel

Hier befindet sich das Gemeindezentrum der orthodoxen Juden. Die streng gläubigen Juden können hier nach ihren religiösen Vorschriften leben. Es gibt einen Synagogenraum, ein koscheres Café, einen Laden und einen Kinderclub. Die ehemalige Synagoge wurde im Krieg so stark zerstört, dass sie abgetragen werden musste.

16. Kulturverein KuLe

Auch die Fassade dieses Hauses ist saniert. Den Hausbesetzern gelang es, einen Investor zu finden, der ihr alternatives Kunst- und Wohnprojekt unterstützt. Heute ist die gesamte Geschichte des Hauses an der Fassade abzulesen.

17. Jüdische Mädchenvolksschule

1937 gingen hier 900 Mädchen zur Schule. Nüchtern und sachlich wurde das Gebäude um 1930 errichtet, die Schule mußte 1942 wie alle anderen jüdischen Schulen in Deutschland schließen. Hören Sie den O-Ton einer ehemaligen Schülerin. Kürzlich wurde hier ein Kunstzentrum mit Gastronomie eingerichtet.

18. Ahawah

Dieses Haus wurde als Kinder- und Flüchtlingsheim errichtet. Es gab auch eine Kita und eine medizinische Beratungsstelle, sowie weitere soziale Einrichtungen für Juden. 1934 wurde die Ahawah in Palästina neu gegründet und bis 1938 über 100 Kinder dorthin gerettet.

19. Denkmal für Christian Koppe

An dieser Stelle war im 18. Jahrhundert ein von Christian Koppe gestifteter Armenfriedhof. 1953 wurde der Platz der Öffentlichkeit freigegeben. Architekt Friedrich-August Stühler (Erbauer des Berliner Stadtschlosses) setzte dem Stifter Koppe hier ein Denkmal.

20. Denkmal »Der verlassene Raum«

Das Bronze-Denkmal stellt einen fluchtartig verlassenen Raum dar und ging bei einem Wettbewerb zum 50. Gedenktag an die Reichspogromnacht vom 9. November 1938 als Sieger hervor.

21. St. Hedwig-Krankenhaus

Da es von einem Kölner Dombaumeister entworfen wurde, wirkt das St. Hedwigs Krankenhaus auf den ersten Blick wie eine Kirche. Von französischen Ordensschwestern wurden hier Arbeiter im Zeitalter der Industialisierung behandelt. Während des Nationalsozialismus wurde hier auch Juden geholfen.

22. Handwerkervereinshaus

Diese Gebäude wurde um 1900 vom Handwerkerverein erworben. Sein Festsaal fasste über 3000 Menschen. Es diente hauptsächlich der Weiterbildung von Handwerksgesellen. Zu DDR-Zeiten fanden hier Versammlungen der Arbeiterbewegung statt. Heute beherbergen die Sophiensäle innovatives Theater mit Künstlern wie z.B. Sasha Waltz.

23. Wertheim

Hier steht das einzige erhaltene Wertheim-Kaufhaus. Es wurde 1896 vom jüdischen Kaufmann Georg Wertheim eröffnet. Erstmals mussten hier Festpreise sofort bezahlt werden. Es wurde weder gehandelt, noch konnte man anschreiben lassen. Heute befindet sich in dem Gebäude der AOK Bundesverband.

24. Rosenstraße

In dieser kurzen, als Sackgasse endenden Straße spielten sich in der ersten Märzwoche 1943 bewegende Szenen ab. Mehrere hundert nicht-jüdische Frauen protestierten erfolgreich gegen die Verhaftung und drohende Deportation ihrer jüdischen Ehepartner und Kinder. Heute erinnert an diese Ereignisse das Denkmal von Ingeborg Hunzinger (Block der Frauen).

25. Alte Synagoge Heidereutergasse

Die ersten jüdischen Familien durften sich zwar 1671 in Berlin ansiedeln, es war ihnen jedoch verboten, ein Gotteshaus zu bauen. Ihre Zeremonien sollten sie in Privathäusern ausüben. Erst 1712 wurde der Bau der »Großen Synagoge« genehmigt. Das von der Reichspost genutzte Gebäude blieb während der Novemberpogrome verschont, es wurde jedoch später von Bomben zerstört.