Kriegskinder - Begegnungen heute
War Children - Encounters today
Ein Ausstellungsprojekt des Anne Frank Zentrums,
gefördert und unterstützt durch die Klaus Tschira Stiftung und das Carl Bosch Museum Heidelberg
60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs veranstaltete das Anne Frank Zentrum den bundesweiten Wettbewerb »Kriegskinder«. Jugendliche befragten Menschen in ihrem Umfeld, die als Kinder einen Krieg erlebt hatten: ältere Zeugen des Zweiten Weltkriegs ebenso wie junge Menschen, die erst vor kurzem vor einem Krieg geflohen sind.
- An welche Ereignisse des Krieges erinnerst du dich?
- Welche Ängste, Hoffnungen, Wünsche und Träume verbindest du mit dieser Zeit?
- Wie haben die Kriegserlebnisse dein weiteres Leben geprägt?
- Was denkst du heute über die erlebte Kriegszeit?
- Was wünschst du dir für die Zukunft?
Mehr als 1.400 Teilnehmer
Die Jugendlichen forschten, schrieben, filmten und fotografierten, einzeln oder in Gruppen. Am Wettbewerb beteiligten sich mehr als 1.400 Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland, aber auch aus Österreich, der Schweiz, Polen, Russland und dem Kosovo-Gebiet. Schirmherr des Jugendwettbewerbs »Kriegskinder« war der damalige Bundespräsident Horst Köhler.
In einer Ausstellung werden die sieben von einer Jury mit Preisen ausgezeichneten Beiträge präsentiert. Die ganz persönlichen Geschichten handeln vom Zweiten Weltkrieg in verschiedenen Teilen Europas, aber auch von Kämpfen in Afghanistan und Serbien. So zeugen die verschiedenen Geschichten der »Kriegskinder« von zwischenmenschlichen Begegnungen und von der Annäherung an die Erfahrungen des Anderen. Dabei wird der persönliche Charakter sowohl der Erinnerungen als auch ihrer Schilderung durch die Jugendlichen beibehalten.
Unterschiedliche Wahrnehmungen des Kriegsgeschehens
Unterschiedliche Wahrnehmungen und Interpretationen des gleichen Geschehens durch verschiedene Menschen sind nicht ungewöhnlich. Zuweilen steht das persönliche Erleben im Widerspruch zum wissenschaftlichen Forschungsstand. Dies gilt umso mehr für Kriegsgeschehen. Solche Widersprüche können und wollen wir in dieser Ausstellung nicht auflösen. Kurze Einführungen verweisen jeweils auf den Kontext der geschilderten Erfahrungen. Wir gehen davon aus, dass die gemeinsame Auseinandersetzung mit den verschiedenen Kriegserlebnissen und -erinnerungen ein demokratisches Zusammenleben fördert. Diesem Ziel ist die Ausstellung verpflichtet.
Die Ausstellung benötigt etwa 60 m² Stellfläche. Sie besteht aus 7 offenen »Säulen«, die auf mehrere Räume aufgeteilt werden können, und mehreren einzelnen Tafeln, die aufgehängt werden müssen. Dazu kommt eine DVD, die drei filmische Beiträge enthält, und für die die Abspieltechnik vor Ort gestellt werden muss. Ergänzt werden die Geschichten durch Dokumente, Fotos und Gegenstände, die in Vitrinen ausgestellt werden können.
Die Ausstellung ist - ebenso wie der 50-seitige Katalog - durchgängig zweisprachig gestaltet (deutsch-englisch).


