Wieviel Platz benötigt die Ausstellung?
Die Pavillonausstellung benötigt eine Grundfläche von 250 qm. Der Ausstellungsraum muß etwa 3,20 Meter hoch sein. Für kleinere Räumlichkeiten eignet sich das Bannersystem. Hierfür reicht eine Grundfläche von 150 qm aus. Die Bannerausstellung kann auch auf mehrere Räume verteilt werden. Wenn Sie zweifeln, schicken Sie uns Ihren Grundriß zur Prüfung. Der Austellungsraum sollte zentral gelegen und/oder leicht erreichbar sein. Ein separater Gruppenraum ist wünschenswert. Im Winter muß der Raum beheizbar sein. Da die beiden großen Ausstellungen über ein eigenes Beleuchtungssystem verfügen, kommen sie auch in dunkleren Räumen gut zur Geltung.
Wie lange vorher sollten wir mit der Planung beginnen?
Als erstes gilt es beim Anne Frank Zentrum anzufragen, wann es noch freie Termine gibt. Für 2010 sind derzeit noch Termine frei. Die Vorbereitungszeit sollte mindestens vier Monate betragen. So können geeignete Partner und Mitwirkende frühzeitig angesprochen werden. Auch für die Erstellung eines Rahmenprogramms braucht man eine angemessene Vorlaufzeit, damit noch genügend Zeit für die Werbung vorhanden ist.
Wie lange gastiert die Ausstellung in einer Stadt?
Die Ausstellungsprojekte dauern meistens 4 Wochen. Für weniger Zeit lohnt sich der Aufwand normalerweise nicht. Der Besucherzulauf ist oft größer als zuvor erwartet. Längere Präsentationszeiten sind nach Absprache mit dem Anne Frank Zentrum möglich.
Welche Kosten sind mit dem Projekt verbunden?
Das Leistungspaket des Anne Frank Zentrums enthält u.a.: Miete für 4 bzw. 6 Wochen, Transport, Versicherung, Auf- und Abbau, Vorbereitungsgespräch vor Ort, Beratung, Material für Öffentlichkeitsarbeit, 1.000 Flyer, mindestens 200 Plakate, Teilnahme an der Eröffnung, CD-ROM, weitere Exponate, Kommissionsware für Büchertisch. Ebenfalls enthalten sind ein 2-tägiges Trainingsseminar für Ausstellungsbegleiter/-innen, ein Feedbackseminar sowie eine 1-tägige Lehrerfortbildung. Zu allen Seminaren reisen die Leiter/-innen aus Berlin an und bringen umfangreiches, kostenloses Material für alle Teilnehmer/-innen mit.
Das gesamte Leistungspaket kostet für das Pavillonsystem 9.000 Euro, für das Bannersystem 7.000 Euro. Das Anne Frank Zentrum berät Sie gerne beim Aufbau eines Kosten- und Finanzierungsplans.
Was bedeutet es konkret, einen Trägerkreis zu gründen?
Die Idee des Trägerkreises ist, dass jedes Mitglied eine andere Ressource einbringen kann: Raum, Geld, Personal, Erfahrung, Büroplatz, Ideen, eine gute Veranstaltung ... So wird das große Projekt auf viele Schultern verteilt. Eine Person/Einrichtung sollte im Trägerkreis den »Hut« aufbehalten und alles koordinieren. Sie beruft regelmäßige Treffen ein und achtet auf den Zeitplan. Der erste Schritt ist es, in Ruhe zu überlegen, wer an diesem Projekt aus verschiedenen Gründen interessiert sein könnte und ein Einladungsschreiben an einen breiten Kreis zu verschicken.
Wer ist für eine Mitwirkung am Trägerkreis geeignet?
Mögliche Partner sind alle, die ebenfalls Interesse an einem interessanten, erfolgreichen Ausstellungsprojekt haben oder entwickeln können: Anne-Frank-Schule, Antifagruppe, Ausländerbeauftragte/r, Bank, Bibliothek, Bildungsstätte, Bürgermeister/in, Deutsch-israelische Gesellschaft, Deutsch-niederländische Gesellschaft, Firmen, Flüchtlingsinitiative, Gedenkstätte, Geschichtswerkstatt, Hochschule, Jüdische Gemeinde, Jugendamt, Jugendclub, Kino, Kirche, Kulturamt, Kulturzentrum, Museum, Musikschule, Parteien, Schulamt, alle Schulen, Theater, Volkshochschule, Zeitung, Zeitzeugen, etc.
Wie können wir die Finanzierung dieses Projekts schaffen?
Das Anne-Frank-Projekt kann wohl niemand »aus der Portokasse« realisieren. Die Kosten, die sich aus dem hohen Standard unserer Arbeit ergeben, können nur mit vereinten Kräften aufgebracht werden. Planen Sie genügend Zeit für die Mittelbeschaffung ein. Suchen Sie sich Partner, die Ihr Interesse an einem sinnvollen Jugendprojekt teilen: das Jugend- oder Kulturamt, Kirchen, Schulfördervereine, private Sponsoren (Sparkasse, Firmen), Stiftungen, Landeszentrale für politische Bildung u.v.m. Denken Sie dabei auch an Sachleistungen wie kostenlose Raumnutzung, Druck von Flyern u.ä.
Manche Orte erheben Eintrittsgeld, z.B. 30 Euro pro Gruppe oder 1,50 Euro pro Person.
Was bedeutet »Jugendliche begleiten Jugendliche« in der Praxis?
Das Anne Frank Zentrum bildet in jedem Ausstellungsort rund 25 Jugendliche ab 16 Jahren zu Begleiter/-innen aus. Sie nehmen an einem 2-tägigen Trainingsseminar teil, das vor Ort gleich nach dem Aufbau der Ausstellung stattfindet. Hier lernen sie die Ausstellung kennen und erlernen Methoden, mit denen sie Gruppen und Klassen begleiten können. Der Vorteil: die Besucher/-innen kommen mit einer gleichaltrigen Person besser ins Gespräch. Die Begleiter/-innen machen in dieser Zeit eine unvergessliche Erfahrung. Am Ende des Anne-Frank-Projekts findet ein Feedbackseminar mit den Seminarleitern des Anne Frank Zentrums statt.
Was ist die Lehrerfortbildung »Anne Frank im Unterricht«?
Die Lehrerfortbildung findet im Vorfeld jeder Ausstellungspräsentation vor Ort statt. Sie dauert 6 Stunden und richtet sich an Pädagoginnen und Pädagogen verschiedener Fachrichtungen: Deutsch, Geschichte, Sozialkunde, Religion, Ethik. Sie bietet Anregungen zu einer interessanten und modernen Gestaltung des Unterrichts. Neben der Möglichkeit zur Reflexion über die eigene Arbeitsweise erlernen die Teilnehmer/-innen praktische, leicht anwendbare Methoden. Jede/r Teilnehmer/in erhält kostenlos ein umfangreiches Ideenbuch zum Thema. Die Lehrerfortbildung kann auch unabhängig vom Ausstellungsprojekt gebucht werden.
Wie kann ein Rahmenprogramm zur Ausstellung aussehen?
Viele Trägerkreise organisieren thematisch passende Lesungen, Filmvorführungen, Konzerte, Vorträge, Stadtrundgänge, Studienfahrten. Dabei lohnt es sich, auf schon bestehende Angebote/Experten zurückzugreifen. Besonders schön ist es, wenn das Rahmenprogramm eine »jugendliche Note« hat, zum Beispiel durch Schülerwettbewerbe, lokale Spurensuche-Projekte oder besondere Aktivitäten der Schulen. Auch die Begegnung der Generationen kann gezielt gefördert werden, etwa durch ein Erzählcafe oder einen Familiennachmittag.
Welche Leistungen müssen wir selbst für die Anne Frank- Wanderausstellung erbringen?
In den Monaten vor der Eröffnung sollte ein regelmäßiger Kontakt zum Anne-Frank-Zentrum stattfinden. Wir beraten Sie Schritt für Schritt bei der Vorbereitung. Zu den Vorbereitungen gehören normalerweise folgende Bestandteile: Aufbau eines Trägerkreises, Organisation von Vorbereitungstreffen, Kosten- und Finanzierungsplan, Erstellung des Rahmenprogramms, Öffentlichkeitsarbeit, Koordinierung der Gruppenanmeldungen. Dafür ist ein Büroplatz und eine gewisse Erfahrung in der Projektorganisation immer von Vorteil.



