»… zuerst einmal bin ich Mensch – Her şeyden önce insanım …«
Ziel des Modellprojektes »… zuerst einmal bin ich Mensch – Her şeyden önce insanım …« ist die Entwicklung pädagogischer Materialien. Konkrete Lebensgeschichten aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beleuchten die wechselvollen Beziehungen zwischen den beiden Staaten vor 1961, dem Jahr des Anwerbeabkommens zwischen der Türkei und Westdeutschland. Damit wird ein Teil von Geschichte aufgegriffen, der bisher nur wenig Beachtung fand.
Das Projekt richtet sich an Jugendliche ab 14 Jahren. Sie werden dazu angeregt und befähigt, Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und zu beurteilen. Die Auseinandersetzung mit der Vielschichtigkeit von Migrationsprozessen zeigt auf, wie irreführend einseitige Zuschreibungen sein können. Die Gruppe der Migrantinnen und Migranten aus der Türkei, die 1933 im Deutschen Reich lebten, war sozial und religiös völlig heterogen. Etwa die Hälfte von ihnen war jüdisch. Umgekehrt lebten während der dreißiger Jahre mehrere tausend Deutsche in der Türkei.
Das Modellprojekt will Jugendlichen Wissen vermitteln und sie dabei unterstützen, vereinfachende Weltbilder und extremistische Identitätsangebote zu hinterfragen und zurückzuweisen. Die Arbeit mit Biografien bestärkt sie darin, sich mit ihrem eigenen Lebensweg kritisch auseinanderzusetzen und eine positive Perspektive jenseits von religiösen, sozialen oder ethnischen Zuschreibungen zu finden. Die im Modellprojekt entwickelten Materialien werden sowohl im schulischen als auch im außerschulischen Bereich Einsatz finden. Sie werden methodisch vielfältig sein und die aktive Beteiligung der Jugendlichen fördern.
Wussten Sie, dass ...?
- … die Türkei in den 1930er Jahren deutsche Arbeitskräfte anwarb?
- … Paul Hindemith das Konservatorium in Ankara mitgegründet hat?
- … Bruno Taut mit der Gestaltung des Aufbahrungsraumes für Mustafa Kemal Atatürk beauftragt wurde?
- … am 13. Juli 1915 die erste Moschee in Deutschland errichtet wurde?
- … eine Nachahmung der Hagia Sophia in Berlin-Kreuzberg steht?
Es berät Sie gern:
Projektreferent:
Naim Balikavlayan
Tel.: +49 30 288 86 56-32
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